Dienstag: Von Reine nach Buvågen

Im Strudel des Mahlstroms

Die Nachtruhe habe ich nach der Tour auf den Reinebringen wirklich nötig. Aber um halb acht heißt es aufstehen, Schuhe und Hose spülen - ob ich den Schlamm jemals herausbekomme? Die Klamotten bringe in den Maschinenraum - vielleicht werden sie hier schneller trocken, bestimmt aber nach Diesel duften. Kurz vor neun: Leinen los in Reine. Mangels Wind geht es unter Motor Richtung Moskenstraumen.


Im Vestfjord vor Moskenes

Wir fahren die Küste entlang, vorbei an Moskenes, Sørvågen und schließlich an Å - hier sind die Lofoten für die Autofahrer zu Ende. Weiter südwärts geht es an Land nur zu Fuß. Wir fahren einfach weiter...


Moskenes und Sørvågen


Die Fähre läuft nach Moskenes ein


Glåpen Fyr

Maschine aus, wir treiben mit dem auflaufenden Wasser ohne jeden Wind mit 3,5 Knoten in den Vestfjord zurück! Ein Wal hat uns entdeckt und begutachtet neugierig die Petrine, taucht unter ihr durch und kommt immer wieder in 10-15 Metern Entfernung an die Oberfläche. Die Fotografen werden verrückt, weil er immer wieder woanders auftaucht, kurz "pffffh" macht und sofort wieder verschwindet. Es ist fast unmöglich, so schnell zu reagieren und ein Foto von ihm zu machen. Ich versuche es erst gar nicht und sehe mir das Tier lieber in natura an.


Fahrt in den Moskenstraumen


Vorne die Insel Mosken, dahinter Værøy

Der Wal verlässt uns, und dann ahnen wir, warum: Wir geraten in brodelndes "Kabbelwasser", Petrinchen wird wie von Geisterhand einmal um die eigene Hochachse gedreht. Das GPS meldet nun gar keine Fahrt mehr, dafür dreht sich der Kompass irre schnell - und Petrine auch. Das alles passiert ganz leise und sanft, ohne Geschaukel. Einige Minuten später ist der Spuk vorbei, nur rings um uns herum plätschert das Wasser wie in einem Wildbach.


Die Möwen bekommen auch ihren Teil...


... und das bleibt für unser Abendessen

Die Angler holen einen Köhler nach dem anderen heraus, Uli hat sogar vier Prachtexemplare auf einmal an einer Schnur. Einer der Burschen wiegt 6,5 kg! Mittags wird wegen guten Wetters das Essen als Buffet an Deck serviert. Anschließend liegt man rum oder schreibt Tagebuch.


Draußen schmeckt's am Besten

Wir passieren den Moskenes-Strom und Lofotodden, dann ankern wir in der Bucht Buvågen, einem Schönwetter-"Hafen" am Südende von Moskenesøa Online-Landkarte. Rings herum ein wunderschönes Panorama, ein sehr einsames Haus und - ein Echo. Der größte Teil der Reisenden wird mit nach und nach dem Beiboot an Land gebracht. Einige machen einen Spaziergang am Strand entlang, die anderen wandern auf den Helseggen. Ich bleibe mit dem Rest auf der Petrine, denn nach der Tour auf den Reinebringen kann ich jetzt unmöglich auch noch auf den Helseggen rauf und wieder runter.

Wir halten Ankerwache und beobachten unsere Mitreisenden, die an der Bergflanke zu immer kleiner werdenden Pünktchen schrumpfen. In der Windstille und im Sonnenlicht des Nachmittags ist es in der Bucht so wunderschön und ruhig, da möchte ich am Liebsten bleiben. Ein kleiner Kutter fährt in die Bucht, dort sind "Aquakulturen" vermutlich mit Garnelen. Er wird sofort von Möwen umringt.

Dann kommen die Wanderer erschöpft, aber glücklich wieder an Bord und schwärmen von der Super-Aussicht über den Vestfjord im Sonnenschein. Ich werde etwas neidisch und bereue fast meine Bergtour vom Vorabend. Nach Reine hätte ich ja noch einmal auf dem Landweg reisen können, aber hierher? Später werde ich im Forum der Norwegen-Freunde erfahren, dass Stig Einarsen (www.lofoten-adventures.com) Rafting-Touren zum Südende der Lofoten anbietet. Das lässt mich hoffen...

 
Weiter zur Seite Dienstag Nacht