Nach Oslo

Anreise und Besuch in der Hauptstadt

Endlich ist es soweit! Gleich am ersten Tag haben wir die längste aller Etappen vor uns: Heute wollen wir nach Frederikshavn, unserem Fährhafen nach Oslo. Das Wohnmobil ist gepackt, die Schule ist aus, es kann losgehen!

Anreise und Fährüberfahrt [882 km]

Am Womo-Steuer

Um kurz nach elf Uhr starten wir. Auf der Autobahn kommen wir erstaunlich problemlos durch: Nach zwei Pausen, gut sechs Stunden und 500 km erreichen wir die dänische Grenze. Als es langsam dämmert, fahren wir von der Autobahn ab und nach Aalborg hinein. Aber nach fast 800 km Fahrt haben wir keine Lust mehr, uns die Stadt anzusehen. Wir tanken noch einmal voll und fahren bei ekligem Sprühregen in die Dunkelheit Richtung Frederikshavn. Ob das unser Wetter für die nächsten drei Wochen sein wird?

Es ist fast 23 Uhr, als wir im strömenden Regen etwa 17 km vor Frederikshavn bei Sæby einen Autobahnrastplatz erreichen. Hier ist es recht ruhig, und wir wollen bis zum nächsten Morgen übernachten. Später kommen noch weitere Wohnmobile dazu, und zu unserem Leidwesen auch ein Kühllastwagen, dessen Kältemaschine die ganze Nacht durch läuft.

Um 7 Uhr am nächsten Morgen fahren wir das letzte kurze Stück nach Frederikshavn, wo ich für unser erster Frühstück frische Brötchen und andere leckere Sachen kaufen möchte. Gegen 8 Uhr öffnet der Supermarkt, und wir decken uns mit dänischen Köstlichkeiten wie Leberpastete ein. Weiter geht es zum Fährhafen, dessen Umzäunung wegen der neuen Anti-Terror-Maßnahmen an einen Hochsicherheitstrakt erinnert: Seit dem 01.07.2004 gilt der ISPS-Code [PDF-Datei, 660 KB]. Wir checken problemlos ein und frühstücken in der Wartespur erst einmal gemütlich.

Nach Oslo mit der Stena Saga

In die Autoschlangen kommt langsam Bewegung, und wie so oft kommen erst einmal alle anderen Wartenspuren dran! Aber es ist genug Platz für alle da, und schließlich rollen auch wir aufs Fahrzeugdeck. Das Wetter hat sich ein wenig beruhigt, es ist aber immer noch diesig und nicht sehr gemütlich.

Draußen verpassen wir also nicht wirklich etwas. Gut, dass wir für die Tagesüberfahrt eine 4-Bett-Außenkabine gebucht haben, in der wir noch etwas schlafen, duschen und unsere Rucksäcke liegen lassen können, während wir beim Mittagsbüffet schmausen.

Einfahrt in den Oslofjord

Mit der Einfahrt in den Oslofjord wird es allerdings an Deck interessant. Wir begegnen anderen Schiffen, die ganz dicht an uns vobeifahren. Immer näher fährt die Stena Saga am Ufer entlang, hinter Horten und Moss wird es bei Drøbak richtig eng. Trotz des trüben Wetters können wir schon von weitem die Holmenkollen-Schanze sehen. Unruhe macht sich breit, die Ersten gehen auf die Fahrzeugdecks, während wir noch in Ruhe eine kleine Hafenrundfahrt auf einem etwas größeren Boot in Oslo genießen...

In Oslo

Kurz vor 19 Uhr rollen auch wir von Deck. Im Hafen passieren wir die Kontrolle nonstop, während andere Fahrzeuge mit routiniertem Blick zur näheren Überprüfung herausgewunken werden. Ich würde gerne mal wissen, nach welchen Kriterien sich der Zoll so gezielt auf einige Autos stürzt!

Der Großstadtverkehr nimmt uns auf, über mehrspurige Straßen geht es westwärts. Unser Ziel für heute Abend ist nicht weit, wir wollen unser Wohnmobil oberhalb der Holmenkollen-Schanze für zwei Nächte parken. Tatsächlich finden wir einen ruhigen Parkplatz beim Øvresetertjern, in dem wir noch eine Runde schwimmen, bevor der Einweggrill seine Köstlichkeiten hergibt.

Bad im Øvresetertjern

Hier oben ist der ideale Ausgangspunkt für unsere Stadtbesichtigung: Wir können das Womo am nächsten Morgen einfach stehen lassen und in ein paar Minuten über den Fußweg zur Straßenbahnstation Frognerseteren gehen. Kaum zu glauben, aber wahr: Ab hier fährt die Linie 1 von sechs Uhr morgens bis ein Uhr nachts als Direktverbindung in die City - und das meist im 15-Minuten-Takt!

Wir haben uns für 395 NOK den Oslo Pass 24h Family vor der Reise online bestellt. Jetzt muss das Ticket nur noch an der Straßenbahnstation im Entwerter abgestempelt werden, dann haben wir 24 Stunden lang freie Fahrt und freien Eintritt zu vielen Museen. Das reicht sogar noch für eine Besichtigung der Holmenkollen-Schanze am nächsten Vormittag.

In der Stadt steigen wir aus und fahren mit dem Bus zur Museumsinsel Bygdøy, wo wir erstmal das Norwegische Freilichtmuseum (Norsk Folkemuseum) erkunden.

im Freilichtmeuseum

Das größte kulturhistorische Museum Norwegens zeigt sehr lebendig das Leben in der Stadt und auf dem Land: Mitarbeiter in historischen Trachten zeigen bäuerliche und handwerkliche Arbeit, und in der Wessels Gate gibt es Kaufladenromatik vergangener Zeit hautnah zu erleben.

Das Freiluftmuseum beherbergt 155 Originalgebäude vom Mittelalter bis zur heutigen Zeit. Auf dem Gelände findet man die Stabkirche von Gol (um 1200), Hofgebäude aus großen Teilen des Landes und Häuser aus verschiedenen norwegischen Städten.

In Ausstellungen werden Norwegens Geschichte, Kultur und Traditionen von der Reformationszeit bis heute gezeigt: Volkskunst, Trachten, Wohnumgebungen, Samische Kultur und den ersten Sitzungssaal des norwegischen Stortings von 1814.

im Freilichtmeuseum

Der Besuch dieses Museums ist ein absolutes Muss beim ersten Besuch in Oslo und eine prima Einstimmung auf das, was uns im Land noch erwartet. Hier könnte man getrost einen ganzen Tag verbringen.

Uns zieht es am Nachmittag weiter Richtung Stadt, die Bootsfahrt hinüber zum Rathaus ist Dank Oslo Pass kostenlos. In der Stadt ist es richtig warm, schon fast schwül. Wir sind vom Museumsbesuch ziemlich erschöpft und haben keine große Lust mehr auf einen Stadtbummel. Wir entlocken einem Geldautomaten noch ein hübsches Sümmchen NOK, sehen den Straßenkünstlern zu, dann machen wir uns wieder auf den Weg zur Straßenbahn Richtung Frognerseteren.

 
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