Über's Haukelifjell

Klare Luft in 1148 Meter Höhe

Nach einem Abstecher hinunter ins Setesdal folgen wir dem Lauf der Otra flußaufwärts nach Norden.
Über das Haukelifjell erreichen wir die Fylke Hordaland und den Sørfjord.

Montag, 26.07.2004 [226 km]

Unseren Übernachtungsplatz bei Hallbjønnsekken verlassen wir zeitig und fahren am Store Bjørnevatn in 800 m Höhe entlang. Die Straße wird kurviger, als es an den Abstieg hinunter ins Setesdal geht. Hier unten ist es spürbar wärmer, wir fahren zuerst einmal ein paar Kilometer südlich bis Valle zum Einkaufen. Dann zieht es uns in nördlicher Richtung weiter das Setesdal hinauf.

2 km nördlich des Ortskerns von Valle lädt der Picknick- und Badeplatz Honnevje zur Pause ein. Der Parkplatz ist mit Wohnmobilen gut gefüllt, allerdings scheinen einige Touristen hier schon seit ein paar Tagen Pause zu machen...


Panorama: Im oberen Setesdal bei Berdalsbru

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Weiter oben im Setesdal überschreiten wir bei Berdalsbru wieder die 700-m-Höhenmarke. Auf der Brücke schweift der Blick nach links über den Fluss auf die Berge zu. Gleich hinter der Brücke kann ich das Wohnmobil parken und strapaziere die Geduld meiner Familie durch fotografieren.

5 km weiter zweigt eine Nebenstraße zum Ørnefjell ab. An der Brücke über die Otra finden wir ein schönes Plätzchen für unsere Mittagspause. Die Jungs entdecken zu ihrer Freude und unserem Entsetzen die Felsen im Flussbett als Geschicklichkeits-Parcours, während das Mittagessen zubereitet wird.

Ausgetobt und gesättigt brechen wir auf und erreichen bald Hovden. Dieser Ort mit seinen Hotels kommt uns wie ein Fremdkörper inmitten der schönen Natur vor. Unser Versuch, die hiesige Entsorgungsstation für Wohnmobile zu nutzen, schlägt fehl: Das angeblich automatisch (gegen Bezahlung) arbeitende Gerät ist hoffnungslos überfüllt. Dafür stoßen wir etwas später auf einen Rastplatz mit Entsorgungsmöglichkeit, die wir gerne nutzen.

An der Otra bei Ørnefjell

Die Fahrt durch diese traumhafte Gegend ist herrlich. Es geht am steilen Berghang hinab nach Haukeligrend, wo wir auf die E134 treffen, die uns später über das Haukelifjell führen soll. Die Tunnel wollten wir eigentlich den Schnellfahrern überlassen, verpassen aber die Ausfahrt zur Passstraße und geraten in den Vågslidtunnel. Als wir nach etwa 2 km wieder ans Tageslicht kommen, empfängt uns eine fantastische Aussicht über Seen und Berge.

Meinen Mitreisenden schwant nichts Gutes, als ich mein Stativ für ein 360°-Panorama hervorkrame und mich aufmache, diese Aussicht für später festzuhalten. An dieser Stelle möchte ich mich noch einmal bei meiner Familie für die Geduld bedanken, ohne die mir diese Aufnahmen nicht gelungen wären!


Panorama: Blick über den Kjelavatn

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Am Ulevåvatnet ist es schon leichter, den Haukelitunnel zu meiden und statt dessen über den Pass zu fahren. Doch erst einmal halten wir an, um Bekanntschaft mit den Schafen dieser Gegend zu machen. Aus wir aus dem Wohnmobil steigen, hören wir sie überall blöken. Die Exemplare in unserer Nähe sind aber etwas schüchtern und im Berghang verflixt schnell. Schließlich trollen sie sich auf der Straße vor uns von dannen.

Die alte Passstraße führt über den Tunnel

Dank des Tunnels ist es oben auf dem Pass wunderbar ruhig. Nach einer kurzen Schneeballschlacht geht es weiter, und wir treffen wieder auf die E134, die uns in teils dichtem Verkehr hinunter nach Røldal führt.

Den Røldalstunnel wollte ich eigentlich auch links liegen lassen und über die Berge die Seljestadschlucht hinunter fahren. Doch die enge Straße flößt mir Respekt ein - mit dem VW Bus sah das 1982 hier doch viel einfacher aus! Also hinein in den mit Dieselqualm gefüllten Tunnel...

Verjesteinsnuten

Wir verlassen die E134 und nehmen die Nationalstraße 13 Richtung Odda. Wenig später erreichen wir den doppelten Wasserfall Låtefossen, ein ebenso eindrucksvolles wie touristisch erschlossenes Naturschauspiel.

Glücklich über einen gerade frei werdende Platz stelle ich das Wohnmobil vorwärts in die Parklücke. Das rächt sich später bei der Abfahrt, als ich (ohne Sicht nach links und rechts) rückwärts auf die recht stark befahrene Straße fahren muss. Ich muss mich einweisen lassen, und schließlich klappt doch alles ganz gut.

Låtefossen

Wir fahren am Sandvinvatnet entlang und erreichen Odda. Gleich am Ortseingang halten wir uns links und fahren auf der anderen Seite des Sees die schmale Straße ins Buerdalen hinauf. Gut, dass es schon Abend ist - der Gegenverkehr hätte uns sicher des Öfteren zu einem Ausweich- oder Rückwärtsfahrmanöver gezwungen.

Oben am Gehöft Buer endet unsere heutige Reise auf einem kleinen Parkplatz.

Blick aus dem Buardalen hinunter auf den Sandvinvatnet

Nach dem Abendessen machen wir uns noch zu einer kleinen Wanderung auf. Der Weg führt ins Tal hinauf und ist für einen Verdauungsspaziergang doch ein wenig anstrengend. Von oben können wir auf dem Parkplatz unser Wohnmobil sehen, weiter unten schimmert das Wasser des Sandvinvatnet türkis. Wir kehren zurück, halten noch einen Schwatz mit anderen Wohnmobilisten und schlafen neben dem rauschenden Buerfluss ein.

 
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