Am Sørfjord

Ein Tag Pause in Kinsarvik

Seit unserer Abfahrt in Oslo sind wir bis jetzt jeden Tag unterwegs gewesen. Wir werden uns einig, dass wir es jetzt ruhiger angehen und einen fahrfreien Tag einlegen wollen. Den wollen wir in Kinsarvik verbringen.

Dienstag, 27.07.2004 [52 km]

Nach einer wahrlich rauschenden Nacht verlassen wir Buar und fahren von Odda aus am Ostufer des Sørfjords entlang. Bei Tyssedal will ich die Straße zum Ringedalsvatn hinauf fahren. Vor dem Damm möchte ich mir die Mågelibanen ansehen, die aus Skjeggedal auf einer Strecke von 985 m in 12 Minuten 415 Höhenmeter überwindet - immerhin 42° Steigung.

Als ich noch überlege, ob eine Fahrt mit der Bahn der richtige Nervenkitzel für uns wäre, wird mir die Entscheidung abgenommen: Ich verpasse die Abzweigung direkt hinter dem Tunnelausgang! Auf der Straße ist gerade recht viel Verkehr, da will ich keine Gewaltbremsung hinlegen. Später werde ich erfahren, dass die Bahn 2005 für den öffentlichen Betrieb geschlossen wurde und vielleicht einem kühnen Straßenbauprojekt zum Opfer fallen wird.

Drei weitere Tunnel verschlucken uns, und dann führt die Straße am Sørfjord entlang durch die Obstanbaugebiete von Lofthus und Ullensvang. Immer wieder locken uns die Schilder Moreller zum Kauf der dunklen Kirschen, doch es ist gar nicht so einfach, mit dem Womo irgendwo anzuhalten, ohne den Verkehr zu behindern. Von Kinsarvik aus fahre ich mit dem Fahrrad 3 km zurück "um die Ecke" zum Sørfjord und kann endlich ein Pfund der leckeren Früchte für 35 NOK erstehen.

Auf dem Campingplatz in Kinsarvik

Campingplatz in Kinsarvik

Dieser Platz ist auf die Wünsche der Sommertouristen bestens eingestellt. Vom Schwimmbad über Waschmaschine bis zum Internet-PC ist alles da, und die Stellplätze befinden sich auf einer Wiese mitten zwischen Obstbäumen.

Wir mieten uns ein Kanu (35 NOK für eine Stunde) und paddeln auf dem Hardangerfjord. Weiter draußen nimmt der Wellengang spürbar zu, und als uns die Fähre noch einen zusätzlichen Kick verschafft, drehen wir dann doch lieber bei...

Mittwoch, 28.07.2004 [Pause]

Mit dem Fahrrad machen Lars und ich uns auf zum Tveitafossen. Hier soll sich der Fluss Kinso spektakulär die Felsen herunterstürzen. Bei der Fahrt hinaus ins Husedalen sehen wir, dass Kinsarvik nicht nur aus den paar Häusern am Fjord besteht: Hier oben ist ein richtig großes Wohngebiet, sehr schön gelegen mit Blickt über den Fjord und abseits der Hauptstraße.

Blick über die Bucht von Kinsarvik auf den Hardangerfjord

Nach mühevollem Anstieg verläuft die Strecke wieder etwas flacher, und wir erreichen über einen Schotterweg den Tveitafossen.

Tveitafossen

Naja, sooo spektakulär ist der Wasserfall nun nicht! Vermutlich wird der Großteil der Wassermassen durch die Turbinen des Kraftwerks geleitet und ist deshalb gerade nicht zu sehen. Die kahlen Felsen zeugen allerdings davon, dass hier an anderen Tagen doch einige Kubikmeter pro Sekunde mehr herabstürzen. Bevor wir wieder zum Fjord hinunter fahren, prüfen wir noch die Bremsen an unseren Fahrrädern - wir werden sie ganz sicher brauchen...

Unten lädt der Sandstrand zum Bad im Fjord, und das macht richtig Spaß! Aus der Flussmündung des Kinso spüren wir aber eine recht kühle und kräftige Strömung - dagegen ist das Fjordwasser richtig warm.

In der Abendsonne testet Lars seine Angelausrüstung am Fjord, doch trotz Ausdauer und Geduld kommt für das Abendessen leider nichts dabei heraus...

 
Weiter zur Seite Über die Hardanger Vidda