Frankreich im Mai

Eine viel zu kurze Motorradtour

Fast 3200 km in einer Woche - das hatte ich so nicht geplant. Viel zu kurz? Genau. So eine Tour dürfte gerne mehrere Wochen dauern! Frankreich ist so vielseitig, da gibt es jede Menge zu entdecken: Man muss nicht nach Nordamerika reisen, um atemberaubende Canyons zu erleben. Sonnige Strände, einsame Hochflächen, mediterrane Landschaften, Gebirge, Burgen, Schlüsser, Weinberge - alles da. Und die Supermärkte haben ein Lebensmittelsortiment ohne Gleichen...

Bei Vertrieu an der Rhône östlich von Lyon

Eigentlich wollte ich immer schon mal wissen, wie es in den Pyrenäen aussieht. Wieder einmal war es ein Angebot der Bahn, das mich zu einem Urlaub verleitete. Nach der Radtour durch Dänemark war nun die DB AutoZug schuld: Für knapp 94 Euro sollte ich von Narbonne im Liegewagen zurück nach Deutschland kommen - Motorradtransport inklusive. Ein gutes Angebot, denn 1100 km weniger Fahrstrecke sind schon allein beim Tanken 75 Euro Ersparnis.

Endstation für den Autozug: Ein Nachruf

Mit der Sommersaison 2015 hat die Deutsche Bahn alle Autozugreisen zu internationalen Zielen eingestellt. Innerhalb Deutschlands wird nur noch Hamburg-München und Hamburg-Lörrach angeboten, und das wohl auch nicht mehr lange. Auf den Verbindungen Berlin-München und Düsseldorf-München wird jetzt das Betriebskonzept Auto+Zug ausprobiert, bei dem der Fahrzeugtransport separat per Lkw erfolgt. Der traurige Rest eines Abschieds auf Raten.

In Deutschland wurden reihenweise die Verladeterminals aufgegeben: Einst war die Abreise beispielsweise von Bremen, Dortmund, Hagen-Kabel, Hannover, Hildesheim, Hüttental-Weidenau, Kempten, Köln, Stuttgart (Kornwestheim), Landeck, Lindau, Frankfurt (Neu-Isenburg), Münster, Rostock und Sassnitz möglich. Ziele im Ausland wie Alessandria, Avignon, Bordeaux, Bozen, Innsbruck, Frejus, Livorno, Narbonne, Neapel, Rijeka, Rimini, Schwarzach-St. Veit, Triest und Villach sind nicht mehr erreichbar. Schade, jetzt ist es aus und vorbei mit "Wir machen Strecke, Sie machen Urlaub"!

Das günstige Ticket war nur noch für die Rückfahrt erhältlich, denn der Schnellbucher-Preis war für die Hinreise schon ausgebucht - nomen est omen. Ich entschied mich für die Anreise auf eigenen Rädern, auch um der Provence und den Schluchten des Verdon noch einmal einen Besuch abzustatten. Im Frühling 2007 hatte das Wetter so seine Launen: In Deutschland schien im April wochenlang die Sonne (der Garten vertrocknete fast), und im Süden wurden für Portugal, Spanien und Südfrankreich verbreitet ergiebige Regengüsse gemeldet.

 
Weiter zur Seite Anreise oder direkt in die Provence